
“Alphabetisierung ist die beste Medizin”
Unter diesem Motto steht der heutige Weltalphabetisierungstag.
Denn die Forschung hat nachgewiesen, dass ein Zusammenhang zwischen der Alphabetisierung und der Fähigkeit besteht, aktive Gesundheitsvorsorge zu betreiben. So beeinflusst Bildung, wie wahrscheinlich es ist, dass Frauen über AIDS und Verhütung informiert sind. Auch die Kindersterblichkeit bei Müttern, die lesen und schreiben können, ist wesentlich geringer.
Immer noch sind weltweit 770 Millionen Erwachsene von Analphabetismus betroffen, zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Die Analphabetenrate liegt weltweit bei 18 Prozent, das heißt fast jeder fünfte Erwachsene kann nicht lesen und schreiben. Etwa 75 Millionen Kinder wachsen ohne Schulbildung auf.
In Deutschland können rund vier Millionen Erwachsene nicht wirklich lesen und schreiben. Dabei unterscheidet man zwischen primärem Analphabetismus (wenn die Betroffenen nie Lesen und Schreiben gelernt haben) und sekundärem Analphabetismus (wenn die Betroffenen zwar irgendwann einmal die Grundkenntnisse erworben haben, aber nicht in ausreichendem Maße, um im Alltag wirklich zurechtzukommen bzw. mangels Übung das Gelernte wieder vergessen haben).
Ohne Lesen und Schreiben zu können, hat man im Alltag und auf dem Arbeitsmarkt keine Chance. In der modernen Informationsgesellschaft ist man buchstäblich verloren.
Trotzdem ist schon viel geschehen: 1970 lag die Analphabetenrate weltweit bei 37 Prozent, heute beträgt sie noch 18 Prozent – trotz des Anstiegs der Weltbevölkerung.
Dies auch dank des Einsatzes der UNESCO, die Alphabetisierungsanstrengungen in der ganzen Welt unterstützt, und versucht, z.B. mit dem Weltalphabetisierungstag und dem Alphabetisierungspreis, Zeichen zu setzen.

Denn: Bildung ist Menschenrecht!
So heißt es in der Menschenrechtsdeklaration der Vereinten Nationen:
Artikel 26
1. Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muß allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.
Was kann jeder Einzelne tun?
In vielen Orten gibt es die Möglichkeit, sich im Rahmen von bürgerschaftlichem Engagement in Grundschulen, Kindergärten oder Bibliotheken zu engagieren. Zum Beispiel bei Vorlesenachmittagen oder im Rahmen von Schülerpatenschaften. Und auch wenn man für einen guten Zweck spenden möchte, lohnt es sich, im Hinterkopf zu behalten, dass Bildungsförderung die beste Hilfe zur Selbsthilfe ist!
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08/09/2008

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